Was sind kognitive Störungen? Definition und Abgrenzung zur Demenz
Kognitive Störungen umfassen Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit in verschiedenen Bereichen:
- Gedächtnisstörungen (Kurz- und Langzeitgedächtnis)
- Aufmerksamkeitsdefizite und Konzentrationsschwäche
- Sprachstörungen (Aphasie, Wortfindungsstörungen)
- Exekutive Dysfunktionen (Planen, Organisieren, Problemlösen)
- Visuell-räumliche Störungen
Wenn mehrere dieser kognitiven Domänen schwerwiegend und dauerhaft beeinträchtigt sind und die Alltagskompetenz einschränken, spricht man von einer Demenz.
Demenz verstehen – Formen und Häufigkeit
Demenz ist ein Oberbegriff für über 50 verschiedene Erkrankungen mit fortschreitendem Verlust kognitiver Fähigkeiten.
Die häufigsten Demenzformen:
- Alzheimer-Demenz (60-70% aller Fälle)
- Vaskuläre Demenz (15-20%) durch Durchblutungsstörungen
- Lewy-Körperchen-Demenz (10-15%)
- Frontotemporale Demenz (5-10%)
- Mischformen und sekundäre Demenzen
Aktuelle Zahlen für Deutschland:
- Etwa 1,8 Millionen Menschen leben mit Demenz
- Jährlich 300.000 Neuerkrankungen
- Verdopplung der Betroffenen bis 2050 erwartet
Frühe Warnzeichen kognitiver Störungen erkennen
Gedächtnisprobleme:
- Häufiges Vergessen kürzlich erlebter Ereignisse
- Wiederholtes Stellen derselben Fragen
- Verlegen wichtiger Gegenstände an ungewöhnliche Orte
- Vergessen von Verabredungen und Terminen
Alltagsbeeinträchtigungen:
- Schwierigkeiten bei gewohnten Tätigkeiten (Kochen, Bankgeschäfte)
- Probleme beim Umgang mit Geld oder Medikamenten
- Vernachlässigung von Haushalt oder Körperhygiene
- Unsicherheit im Straßenverkehr
Orientierungsstörungen:
- Verwechslung von Datum, Wochentag oder Jahreszeit
- Verirren in bekannter Umgebung
- Nicht-Erkennen vertrauter Personen
Sprach- und Kommunikationsprobleme:
- Wortfindungsstörungen („Dings“ statt konkreter Begriffe)
- Vereinfachte Satzstrukturen
- Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen
- Verwendung unpassender Wörter
Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen:
- Sozialer Rückzug und Apathie
- Reizbarkeit oder Aggressivität
- Misstrauen und Wahnvorstellungen
- Enthemmung oder unangemessenes Verhalten
- Depression und Angst
Risikofaktoren für kognitive Störungen und Demenz
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:
- Alter: Hauptrisikofaktor (Verdopplung alle 5 Jahre ab 65)
- Genetik: Familiäre Vorbelastung erhöht Risiko um 10-30%
- Geschlecht: Frauen häufiger betroffen (längere Lebenserwartung)
Beeinflussbare Risikofaktoren:
- Kardiovaskuläre Erkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes, hoher Cholesterinspiegel
- Lebensstil: Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum
- Bildung und geistige Aktivität: Niedrige kognitive Reserve
- Soziale Isolation und Depression
- Schädel-Hirn-Traumata
- Hörminderung im mittleren Lebensalter
Moderne Demenzdiagnostik in unserer Praxis
1. Ausführliche Anamnese:
- Strukturiertes Gespräch mit Patient und Angehörigen
- Erfassung des zeitlichen Verlaufs
- Medikamentenanamnese
2. Neuropsychologische Testung:
- MMST (Mini-Mental-Status-Test)
- DemTect (Demenz-Detection-Test)
- MoCA (Montreal Cognitive Assessment)
- Uhrentest und weitere spezifische Tests
3. Körperliche und neurologische Untersuchung:
- Ausschluss behandelbarer Ursachen
- Überprüfung von Reflexen und Motorik
- Ganganalyse
4. Labordiagnostik:
- Blutbild, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte
- Schilddrüsenhormone, Vitamin B12, Folsäure
- Bei Verdacht: Liquordiagnostik (Alzheimer-Biomarker)
5. Bildgebende Verfahren:
- MRT zur Darstellung von Hirnstruktur und -atrophie
- PET bei unklaren Fällen
- Doppler-Sonographie bei Verdacht auf vaskuläre Ursachen
Therapiemöglichkeiten bei kognitiven Störungen und Demenz
Medikamentöse Therapie:
Bei Alzheimer-Demenz:
- Cholinesterase-Hemmer (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) im Frühstadium
- Memantin (NMDA-Antagonist) im mittleren bis schweren Stadium
- Kombinationstherapie möglich
Symptomatische Behandlung:
- Antidepressiva bei begleitender Depression
- Neuroleptika bei schweren Verhaltensstörungen (zurückhaltend)
- Schlafmittel bei Schlafstörungen (kurzfristig)
Nicht-medikamentöse Interventionen:
- Kognitive Stimulation und Gedächtnistraining
- Ergotherapie zur Erhaltung der Alltagskompetenzen
- Physiotherapie für Mobilität und Sturzprävention
- Musiktherapie und Kunsttherapie
- Realitätsorientierungstraining
- Biografiearbeit und Erinnerungspflege
Unterstützung im Alltag:
- Strukturierte Tagesabläufe etablieren
- Gedächtnisstützen (Kalender, Notizen, Apps)
- Wohnraumanpassung (Orientierungshilfen, Sicherheit)
- Technische Hilfsmittel (GPS-Tracker, Medikamentendispenser)
Prävention kognitiver Störungen – Was Sie selbst tun können
Wissenschaftlich belegte Präventionsmaßnahmen:
- Regelmäßige Bewegung: 150 Minuten/Woche moderate Aktivität
- Mediterrane Ernährung: Viel Gemüse, Obst, Fisch, Olivenöl
- Geistige Aktivität: Lebenslanges Lernen, Hobbys, soziale Kontakte
- Kardiovaskuläre Gesundheit: Blutdruck- und Diabeteskontrolle
- Hörverlust behandeln: Hörgeräte bei Bedarf
- Soziale Teilhabe: Vermeidung von Isolation
- Stressreduktion und ausreichend Schlaf
Leben mit Demenz – Unterstützung für Betroffene und Angehörige
Für Betroffene:
- Akzeptanz der Diagnose als erster Schritt
- Frühzeitige Regelung wichtiger Angelegenheiten
- Nutzung verbleibender Fähigkeiten
- Offener Umgang mit der Erkrankung
Für Angehörige:
- Information über Krankheitsverlauf
- Selbstfürsorge und eigene Grenzen beachten
- Nutzung von Entlastungsangeboten
- Austausch in Selbsthilfegruppen
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Unser spezialisiertes Demenz-Zentrum bietet:
✓ Frühdiagnostik mit modernsten Verfahren ✓ Differenzialdiagnostik zur genauen Bestimmung der Demenzform ✓ Individuelle Therapiepläne nach aktuellen Leitlinien ✓ Regelmäßige Verlaufskontrollen und Therapieanpassung ✓ Angehörigenberatung und Schulungen ✓ Vernetzung mit Pflegediensten und Beratungsstellen ✓ Zweitmeinungen bei unklaren Diagnosen
Warum frühzeitige Diagnostik wichtig ist:
- Ausschluss behandelbarer Ursachen (z.B. Normaldruckhydrozephalus)
- Rechtzeitiger Therapiebeginn verbessert Prognose
- Zeit für wichtige Entscheidungen
- Zugang zu Unterstützungsangeboten
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