Kognitive Störungen und Demenz erkennen und behandeln – Neurologische Praxis München Bogenhausen - Loreta Goletiani Resch ...

Kognitive Störungen und Demenz erkennen und behandeln – Neurologische Praxis München Bogenhausen

Was sind kognitive Störungen? Definition und Abgrenzung zur Demenz

Kognitive Störungen umfassen Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit in verschiedenen Bereichen:

  • Gedächtnisstörungen (Kurz- und Langzeitgedächtnis)
  • Aufmerksamkeitsdefizite und Konzentrationsschwäche
  • Sprachstörungen (Aphasie, Wortfindungsstörungen)
  • Exekutive Dysfunktionen (Planen, Organisieren, Problemlösen)
  • Visuell-räumliche Störungen

Wenn mehrere dieser kognitiven Domänen schwerwiegend und dauerhaft beeinträchtigt sind und die Alltagskompetenz einschränken, spricht man von einer Demenz.

Demenz verstehen – Formen und Häufigkeit

Demenz ist ein Oberbegriff für über 50 verschiedene Erkrankungen mit fortschreitendem Verlust kognitiver Fähigkeiten.

Die häufigsten Demenzformen:

  • Alzheimer-Demenz (60-70% aller Fälle)
  • Vaskuläre Demenz (15-20%) durch Durchblutungsstörungen
  • Lewy-Körperchen-Demenz (10-15%)
  • Frontotemporale Demenz (5-10%)
  • Mischformen und sekundäre Demenzen

Aktuelle Zahlen für Deutschland:

  • Etwa 1,8 Millionen Menschen leben mit Demenz
  • Jährlich 300.000 Neuerkrankungen
  • Verdopplung der Betroffenen bis 2050 erwartet

Frühe Warnzeichen kognitiver Störungen erkennen

Gedächtnisprobleme:

  • Häufiges Vergessen kürzlich erlebter Ereignisse
  • Wiederholtes Stellen derselben Fragen
  • Verlegen wichtiger Gegenstände an ungewöhnliche Orte
  • Vergessen von Verabredungen und Terminen

Alltagsbeeinträchtigungen:

  • Schwierigkeiten bei gewohnten Tätigkeiten (Kochen, Bankgeschäfte)
  • Probleme beim Umgang mit Geld oder Medikamenten
  • Vernachlässigung von Haushalt oder Körperhygiene
  • Unsicherheit im Straßenverkehr

Orientierungsstörungen:

  • Verwechslung von Datum, Wochentag oder Jahreszeit
  • Verirren in bekannter Umgebung
  • Nicht-Erkennen vertrauter Personen

Sprach- und Kommunikationsprobleme:

  • Wortfindungsstörungen („Dings“ statt konkreter Begriffe)
  • Vereinfachte Satzstrukturen
  • Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen
  • Verwendung unpassender Wörter

Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen:

  • Sozialer Rückzug und Apathie
  • Reizbarkeit oder Aggressivität
  • Misstrauen und Wahnvorstellungen
  • Enthemmung oder unangemessenes Verhalten
  • Depression und Angst

Risikofaktoren für kognitive Störungen und Demenz

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Alter: Hauptrisikofaktor (Verdopplung alle 5 Jahre ab 65)
  • Genetik: Familiäre Vorbelastung erhöht Risiko um 10-30%
  • Geschlecht: Frauen häufiger betroffen (längere Lebenserwartung)

Beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes, hoher Cholesterinspiegel
  • Lebensstil: Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum
  • Bildung und geistige Aktivität: Niedrige kognitive Reserve
  • Soziale Isolation und Depression
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • Hörminderung im mittleren Lebensalter

Moderne Demenzdiagnostik in unserer Praxis

1. Ausführliche Anamnese:

  • Strukturiertes Gespräch mit Patient und Angehörigen
  • Erfassung des zeitlichen Verlaufs
  • Medikamentenanamnese

2. Neuropsychologische Testung:

  • MMST (Mini-Mental-Status-Test)
  • DemTect (Demenz-Detection-Test)
  • MoCA (Montreal Cognitive Assessment)
  • Uhrentest und weitere spezifische Tests

3. Körperliche und neurologische Untersuchung:

  • Ausschluss behandelbarer Ursachen
  • Überprüfung von Reflexen und Motorik
  • Ganganalyse

4. Labordiagnostik:

  • Blutbild, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte
  • Schilddrüsenhormone, Vitamin B12, Folsäure
  • Bei Verdacht: Liquordiagnostik (Alzheimer-Biomarker)

5. Bildgebende Verfahren:

  • MRT zur Darstellung von Hirnstruktur und -atrophie
  • PET bei unklaren Fällen
  • Doppler-Sonographie bei Verdacht auf vaskuläre Ursachen

Therapiemöglichkeiten bei kognitiven Störungen und Demenz

Medikamentöse Therapie:

Bei Alzheimer-Demenz:

  • Cholinesterase-Hemmer (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) im Frühstadium
  • Memantin (NMDA-Antagonist) im mittleren bis schweren Stadium
  • Kombinationstherapie möglich

Symptomatische Behandlung:

  • Antidepressiva bei begleitender Depression
  • Neuroleptika bei schweren Verhaltensstörungen (zurückhaltend)
  • Schlafmittel bei Schlafstörungen (kurzfristig)

Nicht-medikamentöse Interventionen:

  • Kognitive Stimulation und Gedächtnistraining
  • Ergotherapie zur Erhaltung der Alltagskompetenzen
  • Physiotherapie für Mobilität und Sturzprävention
  • Musiktherapie und Kunsttherapie
  • Realitätsorientierungstraining
  • Biografiearbeit und Erinnerungspflege

Unterstützung im Alltag:

  • Strukturierte Tagesabläufe etablieren
  • Gedächtnisstützen (Kalender, Notizen, Apps)
  • Wohnraumanpassung (Orientierungshilfen, Sicherheit)
  • Technische Hilfsmittel (GPS-Tracker, Medikamentendispenser)

Prävention kognitiver Störungen – Was Sie selbst tun können

Wissenschaftlich belegte Präventionsmaßnahmen:

  • Regelmäßige Bewegung: 150 Minuten/Woche moderate Aktivität
  • Mediterrane Ernährung: Viel Gemüse, Obst, Fisch, Olivenöl
  • Geistige Aktivität: Lebenslanges Lernen, Hobbys, soziale Kontakte
  • Kardiovaskuläre Gesundheit: Blutdruck- und Diabeteskontrolle
  • Hörverlust behandeln: Hörgeräte bei Bedarf
  • Soziale Teilhabe: Vermeidung von Isolation
  • Stressreduktion und ausreichend Schlaf

Leben mit Demenz – Unterstützung für Betroffene und Angehörige

Für Betroffene:

  • Akzeptanz der Diagnose als erster Schritt
  • Frühzeitige Regelung wichtiger Angelegenheiten
  • Nutzung verbleibender Fähigkeiten
  • Offener Umgang mit der Erkrankung

Für Angehörige:

  • Information über Krankheitsverlauf
  • Selbstfürsorge und eigene Grenzen beachten
  • Nutzung von Entlastungsangeboten
  • Austausch in Selbsthilfegruppen

Ihre Neurologische Praxis in München Bogenhausen

Unser spezialisiertes Demenz-Zentrum bietet:

Frühdiagnostik mit modernsten Verfahren ✓ Differenzialdiagnostik zur genauen Bestimmung der Demenzform ✓ Individuelle Therapiepläne nach aktuellen Leitlinien ✓ Regelmäßige Verlaufskontrollen und Therapieanpassung ✓ Angehörigenberatung und Schulungen ✓ Vernetzung mit Pflegediensten und Beratungsstellen ✓ Zweitmeinungen bei unklaren Diagnosen

Warum frühzeitige Diagnostik wichtig ist:

  • Ausschluss behandelbarer Ursachen (z.B. Normaldruckhydrozephalus)
  • Rechtzeitiger Therapiebeginn verbessert Prognose
  • Zeit für wichtige Entscheidungen
  • Zugang zu Unterstützungsangeboten

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