Was ist Epilepsie? Definition und Häufigkeit
Epilepsie ist eine der häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen, bei der wiederkehrende epileptische Anfälle durch abnorme elektrische Entladungen im Gehirn entstehen. Diese plötzlichen Funktionsstörungen können zu verschiedensten Symptomen führen – von kurzen Bewusstseinspausen bis zu generalisierten Krampfanfällen.
Wichtige Fakten:
- Über 65 Millionen Menschen weltweit leben mit Epilepsie
- In Deutschland sind etwa 800.000 Menschen betroffen
- 5-10% der Bevölkerung erleiden einmal im Leben einen epileptischen Anfall
- Mit optimaler Behandlung werden 70% der Patienten anfallsfrei
Epilepsie ist behandelbar:
- Moderne Medikamente mit weniger Nebenwirkungen
- Individuell angepasste Therapiekonzepte
- Vielfältige Behandlungsoptionen verfügbar
- Normale Lebensführung meist möglich
Ursachen von Epilepsie – Vielfältige Entstehungsmechanismen
Die Ätiologie epileptischer Erkrankungen ist heterogen:
Genetische Epilepsien (20-30%):
- Idiopathische generalisierte Epilepsien (IGE)
- Genetische Epilepsie-Syndrome (z.B. Dravet-Syndrom)
- Familiäre Veranlagung erhöht das Risiko
Ursache unbekannt (40-50%):
- Trotz modernster Diagnostik bleibt bei vielen Patienten die Ursache unklar
- Häufig Kombination mehrerer Faktoren
Strukturell-metabolische Ursachen (30-40%):
- Hirnverletzungen: Schädel-Hirn-Traumata, perinatale Schäden
- Vaskuläre Ursachen: Schlaganfälle, Hirnblutungen, AV-Malformationen
- Tumore: Primäre Hirntumore, Metastasen
- Infektionen: Meningitis, Enzephalitis, Neurozystizerkose
- Neurodegenerative Erkrankungen: Alzheimer, Multiple Sklerose
Anfallsformen – Von fokal bis generalisiert
Fokale Anfälle (60% aller Epilepsien):
Einfach-fokal (Bewusstsein erhalten):
- Motorische Symptome (Zuckungen, Verkrampfungen)
- Sensorische Symptome (Kribbeln, Sehstörungen)
- Vegetative Symptome (Übelkeit, Schwitzen)
- Psychische Symptome (Déjà-vu, Angst)
Komplex-fokal (Bewusstseinsstörung):
- Automatismen (Schmatzen, Nesteln)
- Verwirrtheit, fehlende Ansprechbarkeit
Generalisierte Anfälle:
- Absencen: Kurze Bewusstseinspausen (5-20 Sekunden)
- Myoklonische Anfälle: Blitzartige Muskelzuckungen
- Tonisch-klonische Anfälle (Grand mal):
- Bewusstseinsverlust
- Tonische Phase (Versteifung)
- Klonische Phase (rhythmische Zuckungen)
- Postiktale Phase (Verwirrtheit, Müdigkeit)
- Atonische Anfälle: Plötzlicher Tonusverlust („Drop attacks“)
Moderne Epilepsie-Diagnostik in unserer Praxis
1. Klinische Diagnostik:
- Ausführliche Anamnese mit Fremdanamnese
- Detaillierte Anfallsbeschreibung
- Familienanamnese
- Auslösefaktoren (Schlafmangel, Alkohol, Photosensibilität)
- Neurologischer Status
2. EEG-Diagnostik:
- Routine-EEG mit Provokationsmethoden
- Schlaf-EEG zur Erhöhung der Sensitivität
- Langzeit-EEG (24-72 Stunden)
- Video-EEG-Monitoring bei unklaren Fällen
3. Bildgebende Verfahren:
- MRT (3 Tesla) mit epilepsiespezifischem Protokoll
- Hochauflösende Hippocampus-Darstellung
- Bei Bedarf: PET oder SPECT
4. Labordiagnostik:
- Ausschluss metabolischer Ursachen
- Antiepileptika-Spiegelbestimmung
- Genetische Diagnostik bei Verdacht
Evidenzbasierte Therapieoptionen
Medikamentöse Therapie:
Moderne Antiepileptika der 1. Wahl:
- Fokale Epilepsien: Lamotrigin, Levetiracetam, Lacosamid
- Generalisierte Epilepsien: Valproat (bei Männern), Lamotrigin, Levetiracetam
- Absencen: Ethosuximid, Valproat
Therapieprinzipien:
- Monotherapie bevorzugen
- Langsame Aufdosierung
- Regelmäßige Spiegelkontrollen
- Individuelle Nebenwirkungsprofile beachten
Nicht-medikamentöse Therapieoptionen:
- Epilepsiechirurgie:
- Bei pharmakoresistenter fokaler Epilepsie
- Erfolgsrate 60-80% bei Temporallappenepilepsie
- Vagusnervstimulation (VNS):
- Anfallsreduktion um 30-50%
- Option bei Therapieresistenz
- Ketogene Diät:
- Besonders wirksam im Kindesalter
- Strikte ärztliche Überwachung erforderlich
- Neurostimulationsverfahren: DBS, RNS
Leben mit Epilepsie – Praktische Aspekte
Alltag und Lebensqualität:
- Sport: Meist uneingeschränkt möglich (Schwimmen mit Aufsicht)
- Beruf: Individuelle Beratung, Einschränkungen bei Absturzgefahr
- Führerschein: Nach 1 Jahr Anfallsfreiheit meist möglich
- Familienplanung: Spezielle Beratung bei Kinderwunsch
Wichtige Verhaltensregeln:
- Regelmäßige Medikamenteneinnahme
- Ausreichend Schlaf (7-8 Stunden)
- Alkohol meiden oder stark einschränken
- Stress reduzieren
- Anfallskalender führen
Spezialisierte Epilepsie-Betreuung in München Bogenhausen
Unsere Diagnostik-Leistungen:
- ✓ Modernste EEG-Diagnostik
- ✓ Kooperation mit radiologischen Zentren für MRT
- ✓ Genetische Beratung bei Bedarf
- ✓ Neuropsychologische Testung
- ✓ Zweitmeinungen bei unklaren Fällen
Spezialsprechstunden:
- ✓ Epilepsie und Schwangerschaft
- ✓ Epilepsie im höheren Lebensalter
- ✓ Therapieresistente Epilepsien
- ✓ Berufliche Eignung und Führerschein
Therapie und Betreuung:
- ✓ Leitliniengerechte Medikamentenauswahl
- ✓ Individuelle Therapiepläne
- ✓ Regelmäßige Kontrolltermine (alle 3-6 Monate)
- ✓ Anfallskalender-Auswertung
- ✓ Therapie-Monitoring mit Spiegelbestimmungen
Warum unsere Privatpraxis?
- ✓ Kurze Wartezeiten auf Termine
- ✓ Ausführliche Beratungsgespräche ohne Zeitdruck
- ✓ Persönliche Betreuung durch erfahrene Neurologen
- ✓ Modernste Diagnostik und Therapie
- ✓ Zentrale Lage in München Bogenhausen
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