Was ist Depression? Mehr als nur Traurigkeit
Depression ist eine ernsthafte neurologisch-psychiatrische Erkrankung, die das gesamte Leben beeinträchtigt. Sie unterscheidet sich grundlegend von normaler Traurigkeit oder vorübergehenden Stimmungstiefs durch ihre Intensität, Dauer und den Einfluss auf alle Lebensbereiche.
Fakten über Depression:
- Über 350 Millionen Menschen weltweit betroffen
- In Deutschland leiden 5,3 Millionen Menschen an Depression
- Jede 4. Frau und jeder 8. Mann erkrankt im Laufe des Lebens
- Durchschnittlich 8,2 Monate dauert eine depressive Episode
- 80-90% der Betroffenen können erfolgreich behandelt werden
Depression ist behandelbar:
- Moderne Therapieverfahren mit hoher Erfolgsquote
- Individuell angepasste Behandlungskonzepte
- Kombination verschiedener Therapieansätze möglich
- Vollständige Genesung ist das Ziel
- Frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose erheblich
Ursachen der Depression – Ein multifaktorielles Geschehen Depression entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
Neurobiologische Faktoren:
- Neurotransmitter-Dysbalance: Serotonin, Noradrenalin, Dopamin
- Neuroplastizität: Verminderte Neubildung von Nervenzellen
- Stresshormone: Erhöhte Cortisol-Spiegel
- Entzündungsprozesse: Erhöhte Entzündungsmarker im Gehirn
- Circadiane Rhythmusstörungen: Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus
Genetische Faktoren:
- Familiäre Häufung (30-40% erhöhtes Risiko)
- Polygenetische Vererbung
- Gen-Umwelt-Interaktionen
Psychosoziale Faktoren:
- Belastende Lebensereignisse: Verlust, Trennung, Arbeitslosigkeit
- Chronischer Stress: Überforderung, Konflikte
- Traumatische Erfahrungen: Kindheitstraumata, Missbrauch
- Soziale Isolation: Einsamkeit, fehlende Unterstützung
- Persönlichkeitsfaktoren: Perfektionismus, geringes Selbstwertgefühl
Körperliche Faktoren:
- Chronische Erkrankungen (Diabetes, Herz-Kreislauf)
- Schilddrüsenerkrankungen
- Neurologische Erkrankungen (Parkinson, MS)
- Medikamentennebenwirkungen
- Hormonelle Veränderungen
Symptome der Depression – Früherkennung ist wichtig
Hauptsymptome (mindestens 2 über 2 Wochen):
- Depressive Verstimmung: Anhaltende Niedergeschlagenheit, Leere, Hoffnungslosigkeit
- Interessenverlust und Freudlosigkeit: Anhedonie, keine Freude an früher angenehmen Aktivitäten
- Antriebsstörung und erhöhte Ermüdbarkeit: Extreme Erschöpfung, jede Aktivität kostet Überwindung
Körperliche Symptome:
- Schlafstörungen (Frühmorgendliches Erwachen, Durchschlafstörungen)
- Appetitveränderungen und Gewichtsschwankungen
- Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit
- Libidoverlust
- Morgentief
- Diffuse Schmerzen ohne organische Ursache
Zusatzsymptome:
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen: „Pseudodemenz“
- Verminderte Entscheidungsfähigkeit
- Negatives Selbstbild: Minderwertigkeitsgefühle
- Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
- Zukunftsängste und Pessimismus
- Suizidgedanken: Bei 10-15% der schwer Depressiven
Schweregrade nach ICD-10:
- Leichte Depression: 2 Haupt- + 2 Zusatzsymptome
- Mittelschwere Depression: 2 Haupt- + 3-4 Zusatzsymptome
- Schwere Depression: 3 Haupt- + ≥4 Zusatzsymptome
Diagnostik in unserer Neurologischen Praxis
Klinische Diagnostik:
- Ausführliches diagnostisches Gespräch (50-60 Minuten)
- Strukturierte klinische Interviews (SKID, DIPS)
- Erfassung der Krankheitsgeschichte
- Fremdanamnese bei Bedarf
- Suizidalitätsabklärung
Psychometrische Testverfahren:
- Beck-Depressions-Inventar (BDI-II)
- Hamilton-Depressionsskala (HAM-D)
- Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS)
- Geriatrische Depressionsskala (GDS) bei älteren Patienten
Körperliche Untersuchungen:
- Neurologischer Status
- Internistische Basisdiagnostik
- EKG und Blutdruckmessung
Labordiagnostik:
- Blutbild, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte
- Schilddrüsenhormone (TSH, fT3, fT4)
- Vitamin D, B12, Folsäure
- Entzündungsparameter (CRP, BSG)
- Bei Bedarf: Cortisol-Tagesprofil
Apparative Diagnostik bei Bedarf:
- EEG zum Ausschluss organischer Hirnerkrankungen
- MRT bei Verdacht auf strukturelle Veränderungen
Moderne Behandlungsmöglichkeiten der Depression
Psychotherapie – Goldstandard bei Depression:
Kognitive Verhaltenstherapie (KVT):
- Identifikation und Veränderung negativer Denkmuster
- Aktivitätsaufbau und Tagesstrukturierung
- Problemlösetraining
- Rückfallprophylaxe
- Wirksamkeit: 60-70% Besserung
Weitere wirksame Verfahren:
- Interpersonelle Therapie (IPT)
- Psychodynamische Therapie
- MBCT (Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie)
- Systemische Therapie
Medikamentöse Therapie:
Moderne Antidepressiva:
- SSRI (Sertralin, Escitalopram): Erste Wahl, gute Verträglichkeit
- SNRI (Venlafaxin, Duloxetin): Bei komorbiden Schmerzen
- Atypische AD (Mirtazapin): Bei Schlafstörungen
- Neue Substanzen (Vortioxetin): Bei kognitiven Störungen
Behandlungsprinzipien:
- Wirkungseintritt nach 2-4 Wochen
- Behandlungsdauer mindestens 6-9 Monate
- Langsames Ausschleichen
- Regelmäßige Verlaufskontrollen
Ergänzende Therapieansätze und Selbsthilfe
Biologische Therapieverfahren:
- Lichttherapie: Bei saisonaler Depression (10.000 Lux, 30 Min./Tag)
- Wachtherapie: Schnelle, kurzfristige Wirkung
- Elektrokrampftherapie (EKT): Bei schwerer, therapieresistenter Depression
- Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Nicht-invasive Alternative
Sport und Bewegung:
- 3x wöchentlich 30-45 Minuten Ausdauersport
- Vergleichbare Wirkung wie Antidepressiva bei leichter Depression
- Yoga, Tai-Chi, Qigong als Alternative
Lebensstilmaßnahmen:
- Schlafhygiene: Regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten
- Ernährung: Mediterrane Kost, Omega-3-Fettsäuren
- Stressreduktion: Achtsamkeit, Progressive Muskelentspannung
- Soziale Aktivierung: Kontaktpflege, Gruppenaktivitäten
- Tagesstruktur: Feste Routinen etablieren
Digitale Unterstützung:
- Apps zur Stimmungsdokumentation
- Online-Selbsthilfeprogramme
- Telemedizinische Betreuung
Spezialisierte Depressionsbehandlung in München Bogenhausen
Unser Behandlungskonzept:
- ✓ Ganzheitlicher, individueller Therapieansatz
- ✓ Kombination aus Neurologie und Psychiatrie
- ✓ Evidenzbasierte Behandlung nach S3-Leitlinien
- ✓ Enge Zusammenarbeit mit Psychotherapeuten
- ✓ Regelmäßige Therapieevaluation
Diagnostische Leistungen:
- ✓ Umfassende Erstdiagnostik (90 Minuten)
- ✓ Differenzialdiagnostik (Bipolare Störung, Angst)
- ✓ Neuropsychologische Testung
- ✓ Labordiagnostik inklusive Spezialparameter
- ✓ Zweitmeinungen bei komplexen Fällen
Therapieangebote:
- ✓ Medikamentöse Einstellung und Optimierung
- ✓ Krisenintervention
- ✓ Langzeitbetreuung mit Rezidivprophylaxe
- ✓ Angehörigenberatung
- ✓ Vermittlung zu spezialisierten Psychotherapeuten
Vorteile unserer Privatpraxis:
- ✓ Kurzfristige Termine innerhalb weniger Tage
- ✓ Ausführliche Gespräche ohne Zeitdruck
- ✓ Diskrete, vertrauensvolle Atmosphäre
- ✓ Modernste Behandlungsmethoden
- ✓ Zentrale, gut erreichbare Lage
Wann sollten Sie professionelle Hilfe suchen? Sofort handeln bei: Suizidgedanken oder -plänen Völliger Antriebslosigkeit Unfähigkeit, den Alltag zu bewältigen Psychotischen Symptomen (Wahnvorstellungen) Zeitnah einen Termin vereinbaren bei: Symptomen über mehr als 2 Wochen Wiederkehrenden depressiven Phasen Beeinträchtigung von Arbeit oder Beziehungen Körperlichen Beschwerden ohne organische Ursache Vereinbaren Sie jetzt einen Termin – Der erste Schritt zur Besserung Depression ist heilbar. Mit professioneller Hilfe finden Sie zurück zu Lebensfreude und Energie.
Jetzt Termin vereinbaren – Der erste Schritt zu mehr Lebensqualität
Leiden Sie unter Ängsten? Wir sind für Sie da! Neue Patienten sind herzlich willkommen.
- Telefon: +49 89 9824 7880
- E-Mail: info@praxisbogenhausen.com